Samurai-Programm in der Eltviller Mediathek

ELTVILLE - „Das sieht aus wie ein Schiff“, ruft Max, als er das japanische Schriftzeichen für Glück noch nicht ganz vollendet hat. Papier und bunte Holzstifte liegen auf dem Parkett der Mediathek in Eltville. Anschließend werden die Elemente der Schriftzeichen auch mit Armbewegungen in die Luft gemalt: „Querstrich, Eselsohr“, sagt Karin Kalbantner-Wernicke im Takt der Bewegungen vor.

Die neun teilnehmenden Kinder ahnen vermutlich kaum, dass sie im Rahmen der bekannten „For-Kids!-Reihe“ der Mediathek ein spezielles Training mit Karin Kalbantner-Wernicke und Heidrun Beitze erleben. Nur vordergründig geht es dabei um Japan und den kleinen Samurai Kooko. Der ist ebenso wie seine imaginäre Schwester Hanako nötig, damit der Nachwuchs Identifikationsfiguren erkennt.

Körperliche Haltungsprobleme werden ebenfalls bekämpft

Es gibt aber keine fernöstlichen Kostüme und erst recht keine Schwerter beim Samurai-Programm. Dafür erhält jedes Kind einen „Zauberstein“, mit dem es in seiner Handfläche den „Palast der Nervosität“ aufspürt. Wird der richtige Punkt gefunden, soll das gut gegen Aufregung sein, was im Schulalltag helfen kann. „Hart, aber schön“, findet Luna ihren Stein, den sie später bemalt.

Körperliche Haltungsprobleme werden ebenfalls bekämpft. Bei Partnerübungen massieren die Kinder sich gegenseitig die Wirbelsäulen – „Samurai wärmt sich in der Sonne“ lautet der Titel dazu. Wer seinem Gegenüber symbolisch Frühlingsregen auf den Kopf prasseln lässt, rege durch seine Fingerbewegungen seine Mundmotorik an, was das Sprachvermögen fördere.

Ohrenmassage wiederum komme dem Konzentrationsvermögen zugute. Dazu werden untereinander die japanischen Höflichkeitsformen gepflegt, was die soziale Kompetenz der Grundschüler heben soll. Zwischen „Konichiwa“ (Guten Tag) und „Arigato“ (Danke) spielt die Landeskunde aber nur eine kleine Rolle. Mut finden oder Stress vor Klassenarbeiten bewältigen können, sind wichtiger.

„Übungen wirken auch auf den Behandelnden selbst“

Karin Kalbantner-Wernicke ist eine Therapeutin, die nach eigener Aussage nicht warten will, bis die Kinder in ihre Praxis nach Hochheim kommen. Deshalb geht sie mit ihrem Angebot hinaus in Kindergärten und Schulen oder eben nachmittags in eine Mediathek. Heidrun Beitze war früher als pädagogische Leiterin in einer Gesamtschule in Groß-Gerau tätig und besitzt eine Shiatsu-Ausbildung.

Sie betont, dass der „ganzheitliche Ansatz“ wichtig sei: „Die Übungen wirken auch auf den Behandelnden selbst“, wenn der etwa seine Hände motorisch fordert, indem er Hals und Schultern eines anderen sanft bearbeitet. Das Samurai-Programm eigne sich „vom Baby bis zum bettlägerigen Senior“ für jeden. Eltern-Kind-Kurse sind da genauso eingeschlossen wie Lehrer-Fortbildungen.

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