Bushido – Der Weg des Krieger

Anbei eine kurze Erläuterung zu dem japanischen Begriff Bushidō. Herzlichen Dank an Prof. em. Wolfgang Michel, Mitglied des Fachlichen Beirates für das Samurai-Shiatsu Projekt,  für diesen interessanten Auszug:

Das Wort Bushidō, Weg (dō) des Kriegers (bushi), erscheint erstmals in japanischen Texten des 17. Jahrhunderts, der damit heute umrissene Kodex moralischer Grundsätze wurde jedoch erst im Jahre 1899 von dem zum Christentum konvertierten Philosophen und Pädagogen ITOBE Inazō (1862-1933) systematisiert. In seinem auf Englisch verfassten Buch „Bushido – the Soul of Japan“ (deutsche Ausgabe „Bushido. Die Seele Japans – Eine Darstellung des japanischen Geistes.“ Tokyo, 1901) greift Itobe eine Reihe von Tugenden auf, die seiner Ansicht nach das Denken und Handeln der japanischen Kriegerklasse prägten: Gi, Rechtlichkeit; Yū, Mut; Jin, Wohlwollen / Güte; Rei, Etikette / Höflichkeit; Makoto bzw. Shin, Wahrhaftigkeit; Meiyo, Ehre; Chūgi oder Chū, Loyalität / Treue; Kokki, Selbstbeherrschung.

 
 

Viele dieser Leitwerte findet man in literarischen Werken des japanischen Mittelalters ebenso wie in jenen der Edo-Periode, als Japan nahezu zweieinhalb Jahrhunderte keinen Krieg erlebte. Auch zeigten sich die portugiesischen Japan-Missionare des 16. Jahrhunderts tief beeindruckt von den einheimischen Samurai, die zwar meist mittellos waren, sich aber durch ihren Mut, Stolz und ihren ausgeprägten Ehrbegriff auszeichneten.

In der heutigen Verwendung ist Bushidō ein zusammenfassender, idealisierender Rückblick. Besonders japanische Kampfsportarten wie Judo, Jiu-Jutsu, Karate, Kendō usw. greifen aus pädagogischem Interesse auf große Teile seines Wertkodexes zurück.

Auszug aus der deutschen Ausgabe des Buches „Bushido – Die Seele Japans“

von Inazo Nitobé (1901) 

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